Kampot, Kambodscha ist einer der heiligen Orte des Pfeffers, und ihr Pfeffer ist eines der sehr wenigen Gewürze der Welt mit einer geografischen Herkunftsbezeichnung (g.U.), einem Schutz ähnlich dem von Champagner und Parmaschinken. Dafür gibt es gute Gründe. Sothy betreut seinen Hof mit einer Präzision und Sorgfalt, die sich im Endprodukt zeigt, und jedes Korn in diesem Glas ist mit einer Pinzette von Hand sortiert. Der schwarze und der rote Pfeffer kommen genau vom selben Ort, werden jedoch zu verschiedenen Zeitpunkten und mit unterschiedlichem Ergebnis geerntet.
Roter Kampot wird bei voller Reife gepflückt. Das ist eine aktive Entscheidung, die Zeit und Ertrag kostet: Die Pfefferkörner werden weicher, sind schwerer zu handhaben und wiegen nach dem Trocknen weniger. Aber der Geschmack ist eine andere Kategorie. Süße Schärfe, Orangenblüte, Clementinensaft, Honigfrucht. Es ist ein Pfeffer, der in einem Vinaigrette-Dressing ebenso gut funktioniert wie auf einem Schokoladenpralinee.
Aus der Pfeffermühle direkt auf das Gericht mahlen. Großzügig auf Erdbeer salat mit Balsamessig, auf Vanilleeis, auf fermentierten Käsesorten verwenden. Und natürlich: gebratenes Hähnchen, Meeresfrüchte, Pasta mit Butter. Roter Kampot ist ein Pfeffer, der dann zum Vorschein kommt, wenn man beeindrucken möchte.