Jerusalem beruht auf einem Zufall, den man sich kaum hätte ausdenken können.
Yotam Ottolenghi und Sami Tamimi wurden im selben Jahr, 1968, in derselben Stadt geboren. Ottolenghi im jüdischen Westen, Tamimi im arabischen Osten. Sie wuchsen nur wenige Kilometer voneinander entfernt auf, ohne sich jemals zu begegnen, und trafen sich erst viel später in London, wo sie gemeinsam eines der einflussreichsten gastronomischen Unternehmen der Stadt aufbauten.
Das Buch ist ihre gemeinsame Rückkehr. Die Küche Jerusalems ist das Ergebnis von Schicht um Schicht verschiedener Bevölkerungsgruppen, darunter sephardische und aschkenasische Juden, Mizrahim aus dem Irak, Iran und Nordafrika, Palästinenser, Armenier und Griechen, die über Jahrhunderte in derselben dicht gedrängten Stadt gelebt und in unmittelbarer Nähe zueinander gekocht haben, ganz gleich, was sonst geschehen ist.
Die Autoren weichen der Komplexität nicht aus. Sie schreiben offen darüber, dass die Ursprünge vieler Gerichte umstritten sind und dass die Frage, wer Hummus oder Falafel erfunden hat, weit mehr Gewicht trägt, als sie eigentlich sollte. Ihre Haltung ist, dass die Küche eine gemeinsame und verflochtene Geschichte zeigt, die von der Politik verleugnet wird.
Der Einfluss auf westliche Küchen war enorm. Die 100 Rezepte brachten Tahini, Za'atar, Sumach, Granatapfelmelasse und eingelegte Zitronen in gewöhnliche Supermärkte und machten Gemüsegerichte zu Hauptgerichten, durch Säure, Kräuter und kräftige Würzung statt durch Ideologie.
Zu den Gerichten gehören gebratenes Hähnchen mit Clementinen und Arak, mit Chermoula gebackene Aubergine mit Bulgur und Joghurt, Mejadra und ein Fattoush, das in Tausenden von Küchen zum Standardrezept geworden ist.
Das Buch wurde vom Observer Food Monthly zum Kochbuch des Jahres gewählt und mit einem James Beard Award ausgezeichnet.
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 320
Anzahl der Rezepte: 100
Verlag: Ebury Press
ISBN: 9780091943745
Sprache: Englisch
Erstmals erschienen: 2012